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Das Weihnachtsfenster im Hauptchor der Cyriakus-Kirche

Die Fenster im Hauptchor wurden im Jahr 1996 eingesetzt. Die Fenster wurden in historisierender Malweise angefertigt und von der Glasmalerei Peters aus Paderborn hergestellt. Die Fenster im Hauptchor zeigen jeweils im unteren Teil eine Szene aus dem AT und darüber eine aus dem NT, die in Beziehung zueinander stehen. Das kleine alttestamentliche Bild hat auch optisch unmittelbare Berührung mit dem die ganze Fensterbreite einnehmenden neutestamentlichen Bildwerk. (s.100 Jahre neugotische Kirche – H.Schnieders)

An dieser Stelle stellen wir „unser“ Weihnachtsfenster vor.
Im alttestamentlichen Teil sehen wir Mose vor dem brennenden Dornbusch. Weil die Israeliten sich in der Gefangenschaft stark vermehrten, gab der Pharao den Befehl, alle Knaben nach der Geburt zu töten. Die Parallele zum NT: Herodes lässt alle Knaben unter 2 Jahren töten weil er um seinen Thron fürchtet. Das Leben von Jesus wie das des Mose war von Anfang an in Gefahr. Mose wird im Binsenkörbchen im Nil versteckt. Jesus muss mit seinen Eltern nach Ägypten fliehen.
Der erwachsene Mose hütet einmal die Schafe seines Schwiegervaters in der Nähe des Gottesberges Horeb. Hier sieht er Feuerflammen aus einem Dornbusch schlagen. Weil der Dornbusch aber nicht verbrennt, geht er näher heran. Aus dem Dornbusch erklingt eine Stimme: „Mose, Mose!“ Er antwortet: „Hier bin ich!“ „Tritt nicht näher! Zieh deine - Schuhe aus, denn wo du stehst, ist heiliger Boden!“ Mose entledigt sich der Schuhe, fällt auf die Knie gestützt auf seinen Hirtenstab.
Wir machen uns klein, wir verbeugen oder verneigen uns wenn wir hl. Boden – die Kirche – betreten. Hier liegt der Sinn für unsere Kniebeuge. Gott ist mitten unter uns!
Mose hat: gehört – geschaut – sich aufgemacht – lobt Gott.

Im oberen Teil des Fensters ist das Weihnachtsgeschehen abgebildet.
Jesus wird in einem Stall in Betlehem geboren. Die Hirten auf dem Felde erhalten als erste die Kunde von der Geburt des Heilands.
Engel verkünden die Botschaft: „Gloria in excelsis Deo!“ = „Ehre sei Gott in der Höhe!“ Dies ist auch im Fenster zu lesen.
Hier zeigt sich wieder eine Parallele zwischen AT und NT: Der Hirte Mose und die Hirten auf dem Felde bei Betlehem erhalten bei ihrer Arbeit eine himmlische Botschaft.
Die Hirten zögern nicht lange und machen sich auf. Sie bewegen sich. Sie handeln.
Sie haben gehört, sie gehen, sie wollen sehen was geschehen ist. Sie finden ein Kind in einem Stall in einer Krippe, wie es ihnen gesagt worden war.
In „unserem“ Weihnachtsfenster sind die Hirten und Kinder und gleichzeitig die 3 Weisen vor der Krippe zu sehen. Menschen aus fernen Ländern, Gelehrte oder Magier und Hirten aus der Nähe haben sie aufgemacht zu diesem Kind.
Hirten und Weisen erkennen in dem Kind den Messias, den Heiland der Welt. Sie knien nieder, sie machen sich klein, sie verbeugen sich vor dem Kind. So wie Mose vor dem brennenden Dornbusch.
Die Hirten, wie die Könige, bringen Geschenke mit. Jeder das, was er hat. Die Reichen mehr, die Armen weniger!

Wer von uns in Betlehem ankommen will der muss sich auf den Weg machen, der muss seinen Kopf neigen, der muss sich klein machen der muss alles ablegen, was im Wege ist, was Nebensache ist.
(Wir danken Herrn G. Ricken für die Mithilfe zu diesem Artikel.). Öffentlichkeitsausschuss des PGR St. Cyriakus