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Der Taufstein in St. Cyriakus

Taufsteine wurden im Mittelalter meist aus Gesteinsblöcken (Monolithen) von bis zu einem Kubikmeter herausgemeißelt. Grundmaterial des Taufsteins in der St. Cyriakus-Kirche ist der leicht zu bearbeitende Bentheimer Sandstein.

Ein richtiger „Schatz“ ist der romanische Taufstein, der etwa um 1200 geschaffen wurde. Die Grundform ist die einer einfachen Trommel, in die zwei Bänder von reicher ornamentaler Arbeit eingelegt sind, unten und oben Profile. Oben weist sie ein plastisch herausgearbeitetes Rankenmotiv (Arabesken) auf. Es handelt sich dabei um ein Weinrankenfries. Weinranken war eine beliebte Darstellung an Taufsteinen. Es ist ein Hinweis auf Christus nach dem Wort der Schrift: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.

Im unteren Fries befinden sich sechs Gesichtsmasken.
 
 
 

Auffällig ist auch die Tiefe des Wasserbeckens. Vermutlich war es zur Zeit der Fertigstellung noch üblich, den Täufling ganz einzutauchen.
Abmessungen : Höhe 89 cm, Durchmesser 100 cm, zylinderförmige Gestalt

Eine Besonderheit unseres Taufsteins ist im
Gegensatz zu vielen Taufsteinen aus dem 13. Jahrhundert, dass die Zylindrische Form abgelöst wird durch einen viereckigen Standfuß.
An den vier Ecken wird das Taufbecken gehalten: wahrscheinlich von Händen – oder oftmals sind auf vergleichbaren Taufsteinen auch vier Löwen abgebildet; oder …. Es ist nicht mehr genau zu erkennen.

 

Noch einige Besonderheiten:
Der Taufstein wurde im Zuge der Renovierung 1987 von etlichen Farbschichten befreit, die wohl in vielen Jahrhunderten angebracht wurden. Was früher vielleicht einmal als schön angesehen wurde bekam bei der Renovierung wieder seinen alten ursprünglichen Glanz zurück. Eine andere Art der Verschönerung, und diesmal eine gelungene, ist die Abdeckung des Taufbeckens. Der Rheinenser Bildhauer Josef Krautwald hat den Deckel gestaltet mit einer Darstellung „Der Zug der Israeliten durch das Rote Meer.“
Vor der Renovierung stand der Taufstein in der Taufkapelle im Turm. Dies war wohl auch ein Grund, dass er den Bombenangriff vom 07. März 1945 ohne Schaden überstanden hat. Heute steht der Taufstein vor dem rechten Seitenaltar – dem „Josefsaltar“.