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Die Klünersche Madonna

Ein besonderes Kleinod in unserer Kirche ist eine 75 cm große gotische Madonna mit Jesuskind mit Krone und Zepter – die Klünersche Madonna. Entstanden ist diese Figur wohl Anfang des 15. Jahrhunderts.
Es ranken sich viele Geschichten um diese Holzskulptur. Eine Sage steht in der alten Salzbergener:
Zwei Brüder, Klüner oder Klüsener aus Holsten hatten eine Wallfahrt nach Jerusalem gelobt und dieselbe auch angetreten. Auf dem Rückweg erkrankte der eine und wurde von seinem Bruder in einer öden, menschenleeren Gegend, fast dem Tode nahe, zurückgelassen. Als der Kranke, aus seiner Ohnmacht erwachend, so verlassen dalag, hörte er in seiner Nähe eine Stimme, welche ihm zurief: „Nimm mich mit!“ Und er sah ein Muttergottesbild, das er an sich zog, indem er die hl. Jungfrau recht innig um Hilfe anflehte. Dann schlief er ein, das Muttergottesbild im Arm. Als er erwachte, schaute er sich verwundert um, denn er war nicht auf fernem, fremden Boden, sondern in der Nähe seines Heimes am Ufer der Ems, und neben ihm lag das Madonnenbild. Gesund und frisch erreichte er das elterliche Haus. Das wunderbare Marienbild wurde der Pfarrkirche in Salzbergen gewidmet, wo es, mit einem gewande umkleidet, im sog. „Kattenhook“ seinen Platz fand. Als „Kattenhook“ bezeichnete man in der alten Kirche eine Nische auf der linken Seite. – Nach einer anderen Erzählung wurde das Bild erst nach Rheine ins Kloster gebracht. Am anderen Morgen befand es sich wieder in Holsten im Hause des Pilgers. Das geschah dreimal. Dann setzte man es in die Kirche zu Salzbergen, wo es verblieb.“

Das Marienbild, das früher sehr verehrt wurde, wurde an Marienfesten von den Jungfrauen in Samt und Seide gekleidet, mit Kränzen geschmückt und in der Prozession mitgeführt.
Im Schutze einer Nische überstand dieses Kleinod den Bombenangriff vom 7. März 1945 wohl fast unbeschadet.
Von 1977 bis 1987 war die Klünersche Madonna als Leihgabe im Diözesanmuseum zu Osnabrück zu sehen. Im Jahr 1987 im Zuge der großen Kirchenrenovierung wurde auch die Klünersche Madonna in der Paderborner Werkstatt Ochsenfuhrt restauriert. Hier wurden die
im Laufe der Jahrhunderte aufgebrachten Farbschichten entfernt, so dass die neugotische Fassung freigelegt wurde und wieder hergestellt wurde.

Die „Klünersche Madonna“ hat nun ihren gesicherten Platz in der neugestalteten „Kluse“ im linken Seitenschiff unter der Orgelempore gefunden.