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Wir sind gut

NOZ vom 02.01.2019
Liedergarten in Salzbergen
Andrea Hoormann hat Freude am Singen mit Kindern
Von Sebastian von Melle

Die jüngeren Kinder aus der katholischen Kirchengemeinde St. Cyriakus in Salzbergen schmettern mit Hingabe "O du fröhliche".
 
Chorleiterin Andrea Hoormann begleitet sie dabei auf der Gitarre. Foto: Sebastian von Melle

Salzbergen. Die Freude am Gesang steht im Vordergrund der Kinderchöre Salzbergen. Geistliche Lieder, aber auch Spaßlieder, Ausflüge, Spiele und Zeit zum Reden stehen auf dem Programm.
Schon als Kind hat Andrea Hoormann (43) im Chor gesungen, als Jugendliche mit ihrer Freundin zusammen eine Kinderschola geleitet, als sie gerade das Gitarrenspiel lernten, und so hat sich das durch ihr Leben gezogen bis heute. 2011 machte die Sozialpädagogin im Gemeindedienst die Ausbildung zur Kinderchorleitung, aber auch vorher schon hatte sie diese Aufgabe übernommen, denn der Kinderchor gehört gefühlt immer schon zur katholischen Kirchengemeinde in Salzbergen dazu.
Gitarrenbegleitung
Hoormann begleitet mit ihrer Gitarre etwa 13 Kinder im Alter von fünf bis acht Jahren (Chor eins) und etwa sieben Jugendliche ab neun Jahren (Chor zwei). Beide Chöre treffen sich jeden Dienstag im Gemeindezentrum „Arche“. Die älteste Sängerin geht zur Zeit in die zehnte Klasse. Ab und zu kommt ein Percussion-Instrument hinzu.
Direkter Kontakt zu den Familien
Offiziell engagiert sich Andrea Hoormann ehrenamtlich für die Kinderchorarbeit, da sie aber zusätzlich auch das Familienzentrum leitet, mischen sich die Tätigkeitsfelder. „Ich finde es schön, wenn ich selber an der Basis bin und nicht nur über die Köpfe hinweg etwas organisiere“, sagt sie. „Der direkte Kontakt zu den Familien gelingt durch die Musik ganz gut.“
Anfragen aus dem kommunalen Bereich
Die Kinderchöre gestalten Familiengottesdienste und das Gemeindeleben musikalisch mit, im Advent gab es zum zweiten Mal ein Konzert zusammen mit dem Kirchenchor. Es habe alles ganz gut funktioniert, sagt Hoormann, eine gemeinsame Generalprobe hätte jedoch gut getan, denn die Kinder seien ziemlich aufgeregt gewesen. Ab und zu käme auch eine Anfrage aus dem kommunalen Bereich wie neulich eine Adventsfeier des Sozialverbandes.
Atmosphäre im Kirchenraum erfahren
Nach Auffassung der Sozialpädagogin spüren die Kinder die besondere Atmosphäre im Kirchenraum sehr wohl, auch wenn sie dort nicht mehr so vertraut seien wie früher. „Die Abläufe im Gottesdienst sind vielen Kindern nicht mehr klar, dementsprechend das Verhalten nicht mehr so angepasst, wie man sich das vielleicht wünschen würde.“ Hoormann findet aber, dass das eine gute Gelegenheit sei, die Familien in die Kirchen zu holen. Das sei auch beim Konzert so gewesen, da viele Angehörige der Kinder sonst die Kirche nicht von innen sähen.
Leben in der Bude
Rückmeldungen, dass die Kinder die Kerngemeinde stören, habe es bisher nicht gegeben, im Gegenteil: gerade ältere Menschen fänden es wunderbar, die Stimmen der Kinder zu hören, so die Chorleiterin. Sie brächten Leben in die Bude, und dafür seien die Senioren meistens dankbar.
Stimmbildung und Quatsch-Lieder
Die Proben sind dreigeteilt. Erst kommt etwas kindgerechte Stimmbildung und Auflockerung, dann werden die Lieder geübt, die auf dem Programm des nächsten Auftritts stehen, und zum Schluss darf der Spaß nicht fehlen, da stehen Quatsch-Lieder wie „Anne Kaffeekanne“ oder das „Rote Pferd“ hoch im Kurs.
Chorarbeit ist Beziehungsarbeit
Damit werden vor allem die kleineren Kinder belohnt für die Konzentration, die sie am späten Nachmittag beim Auswendiglernen der Liedtexte noch aufbringen müssen. Andrea Hoormann ist es dabei wichtig, dass die Kinder mit einem guten Gefühl, vielleicht sogar trällernd nach Hause gehen, deshalb versucht sie Vergleiche zu strengeren Formen des Singens zu vermeiden. „Chorarbeit ist im Wesentlichen Beziehungsarbeit“, ist sie überzeugt. Das gelte besonders für die Jugendlichen, die die Proben gerne nutzten für den persönlichen Austausch. „Wenn die Lieder cool sind, dann ist es das Singen auch“, lacht sie.