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Aktuelles

AKTIONSKREIS Hilfe für Haiti Salzbergen/Holsten-Bexten

Bericht von Pastor Roy aus Jacmel, Haiti
Während der ersten Hälfte des Jahres 2019 erlebten die Menschen in Haiti mehrere Momente großer Unsicherheit in der Öffentlichkeit, viele Tote und Verwundete in allen sozialen Schichten. Die Menschen in Haiti sehen die Regierung als Hauptverantwortliche für diese Missstände. Das Sicherheitspersonal des Präsidenten ist mit Waffen an den Verbrechen beteiligt. Die Menschen dort leben ausschließlich von den Mitteln der internationalen Geldgeber, so wie durch die Europäische Union (auch aus Deutschland) und vor allem durch die USA mit Donald Trump, das verärgert die Menschen vor Ort, sie sind abhängig von Geldern und Zuwendungen.

Bilder siehe Fotogalerie unten!

Im Projekt Johannes Paul II in Jacmel, Haiti konnte lange Zeit kein Unterricht erteilt werden und obwohl die Schülerinnen und Schüler bereits wegen der Unruhen in 2018 zwei Monate Unterricht verloren haben, wird das Schuljahr im Juni beendet. Viele Schüler*innen holen samstags mit ihren Lehrern den Stoff nach.
Aufgrund der Zunahme der Schülerzahlen werden weitere Schulungsräume benötigt und Pater Roy und sein Bruder Jean Marc planen ab dem 01.Juni 2019 den ersten Stock über den vorhandenen Schultrakt mit weiteren fünf Klassenräumen auszubauen. Nunmehr werden bereits über 300 Schülerinnen und Schüler gefördert, vom Kindergarten bis zum Abitur (2020). ( Fotos )

In diesen Tagen wurde der Projektantrag an das deutsche Entwicklungsministerium, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bewilligt, mit dem Titel: „Schule macht Landwirtschaft. Modellprojekt zur Selbstversorgung einer Schule, Förderung von Einkommensalternativen und Imageverbesserung kleinbäuerlicher Landwirtschaft.“ Nun soll der bereits bewirtschaftete Hof in15km Entfernung endlich angekauft, ein Fahrzeug angeschafft und ein Schweine- und ein Hühnerstall errichtet werden.
Das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ wird immer weiter ausgebaut - interne Versorgungen in der Schule und zusätzliche Einnahmen für die Stiftung Jean Paul Il. zu erwirtschaften sind nun neue Ziele.
Pastor Roy und sein Bruder Jean Marc sind weiterhin auf Spenden angewiesen, damit viele laufende Kosten gedeckt werden können:
Spendenkonto:
Spendenkonto:
Empfänger: Aktionskreis Pater Beda / Pastor Pierre Roy
Verwendungszweck: Haiti
Volksbank Süd-Emsland
IBAN: DE33 2806 9994 0256 6648 00
BIC: +GENODEFISPL
(Für eine Spendenquittung bitte im Feld Verwendungszweck die Anschrift angeben)
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Kath. Kirchengemeinde www.kath-kirche-salzbergen.de oder bei Haiti-Hilfe Salzbergen Holsten-Bexten
Pastor Roy dankt für Ihre und Eure Hilfe!!

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h1. Aktuelle und erschütternde Berichte aus Haiti ! –
19. Februar 2019

Pastor Roy, die Deutsche Botschaft in Haiti und Jean Marc, der Schulleiter der Stiftung Johannes Paul II. aus Jacmel berichten:

Pastor Roy: In der letzten Woche, direkt nach meiner Ankunft in Port-au-Prince/Haiti, gab es schon im ganzen Land Demonstrationen gegen die Regierung und die Straßen waren gesperrt. Schulen, Supermärkte und Geschäfte blieben aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Menschen, die nicht an den Demonstrationen teilgenommen haben, sind alle zu Hause geblieben, ich auch. Zur Schule nach Jacmel konnte ich noch nicht hinkommen.
Jetzt, am letzten Sonntag und auch gestern (17./18. Februar) konnte man in der Hauptstadt wieder frei mit dem Auto fahren, auch wenn noch einige Straßen gesperrt blieben. Die Straßen waren recht voll, da alle Leute Lebensmittel kaufen wollten, die bereits 50-75% teurer geworden sind. Die öffentlichen Gebäude und Schulen sind weiterhin geschlossen, trotz der Androhung der Regierung, diejenigen zu bestrafen, die nicht zur Arbeit kommen in den öffentlichen Verwaltungen. Aber die Angst ist zu groß. – Und die Regierung verbreitet Zuversicht, dass alles der Normalität entspricht.

Aktueller Hinweis zur Sicherheitslage der Deutschen Botschaft in Haiti:
"Liebe Landsleute,
die Lage in Port-au-Prince und den Provinzen hat sich über das Wochenende (16./17.Februar 2019) etwas entspannt. Dennoch ist die Lage weiterhin sehr unbeständig und es kann jederzeit erneut zu Unruhen und gewalttätigen Demonstrationen kommen. Bewegungen in- und außerhalb von Port-au-Prince sollten weiterhin wohlüberlegt erfolgen und die aktuelle Berichterstattung in den lokalen Medien aufmerksam verfolgt werden.
Wenn Sie auf den Straßen unterwegs sind, meiden sie unbedingt jede Art von Menschenansammlungen und Demonstrationen und folgen Sie den Anweisungen der Sicherheitskräfte. Versorgen Sie sich, soweit möglich, vorsichtshalber mit ausreichend Lebensmittel und Wasser. Sollten Sie sich derzeit nicht mehr sicher in Haiti fühlen, erwägen Sie bitte in eigener Entscheidung, das Land auf dem Luftweg vorübergehend zu verlassen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Botschaft Port-au-Prince"

Jean Marc Roy, der Leiter der Schulstiftung "Johannes Paul II." in Jacmel und Partner des Aktionskreises Pater Beda erzählt, dass auch seine Schule geschlossen bleiben muss, bis wieder mehr Sicherheiten auf den Strassen der Stadt herrscht. "Ein weiterer Rückschlag für unser Land", so Jean Marc. "Hoffen und beten wir, dass zunächst die Unruhen nachlassen. Wir wollen doch noch mehr dafür tun, dass Kinder und Jugendliche, gerade aus den armen Bevölkerungsschichten, durch den Zugang zu mehr Bildung, sich selbständig ein menschwürdiges Leben gestalten können. Wir sind dabei unsere Aktivitäten noch weiter auszubauen".

Nochmal Pastor Roy: Das Problem ist, auch wenn wir wieder zu einer möglichen "Normalität" kommen, wird es nicht besser werden. Weil das Land nicht regiert wird. Diese und auch keine andere Regierung schafft es zu regieren, weil die USA – und die Botschafter der anderen Länder, auch die deutsche Botschaft seit 2010 – es nicht erlauben. Sie entscheiden alles in Haiti, für ihre eigenen strategischen Interessen, für die kleine Gruppe der Reichen, die finanzielle Vorteile bekommen und gegen die Bevölkerung Haitis.